Gongfu wird gebraut
Mehrere unterschiedliche Aufgüsse aus einem einzigen Blatt. Jeder Aufguss bringt verschiedene Facetten des Tees zum Ausdruck. Konzentrierter Tee; kleine Portionen werden aufmerksam genossen.
Die Gongfu-Zubereitung (Gongfu Cha, 功夫茶 – wörtlich „Tee mit geübter Anstrengung“) ist die charakteristische chinesische Zubereitungsmethode für Spezialitätentee und wohl die Technik, die den „Spezialitätenteetrinker“ im heutigen Sinne vom „Teetrinker“ unterscheidet. Diese Methode hat ihren Ursprung im südlichen Fujian und Chaoshan (östliches Guangdong) und verbreitete sich mit der Entwicklung der Spezialitätenteekultur in ganz China und weltweit. Das Kernprinzip kehrt die westliche Teezubereitung um: Anstatt eines langen Aufgusses mit geringer Blattdichte verwendet Gongfu eine hohe Blattdichte (Verhältnis Blatt zu Wasser 1:15 bis 1:20) und viele sehr kurze Aufgüsse (jeweils 15–60 Sekunden). So entstehen in einer einzigen Aufgusssitzung 5–15 oder mehr Tassen Tee aus einer einzigen Blattmenge.
Diese Technik offenbart, was die westliche Zubereitung von Einzelaufgüssen nicht kann: Der Charakter des Teeblatts verändert sich mit jedem Aufguss deutlich. Der erste Aufguss eines guten Oolong ist hell und blumig; der dritte ist tiefer und komplexer; im siebten können sich mineralische Noten zeigen; der zehnte eine sanfte Süße. Der Teetrinker erlebt den Tee als eine Entwicklung, nicht als eine statische Tasse. Die Ausrüstung unterstützt dies: eine Gaiwan (Teeschale mit Deckel, 100–150 ml) oder eine Yixing-Teekanne aus Ton zum Aufbrühen, ein Ausgleichskrug zum Verdünnen des Tees und kleine Verkostungsschalen (ca. 30 ml) zum bewussten Genießen. Die Investition in Ausrüstung und Technik ist sinnvoll, aber erschwinglich – die Grundausstattung für die Gongfu-Teezubereitung kostet 30–50 US-Dollar, und die Technik lässt sich in wenigen Übungseinheiten erlernen.
Brauparameter
| Wassertemperatur | 85–100°C je nach Teesorte (niedriger bei grünem Tee; höher bei Oolong und Pu-Erh) |
| Blatt-Wasser-Verhältnis | 1:15 bis 1:20 (deutlich höhere Blattdichte als beim westlichen Brauen) |
| Brautage | 15–60 Sekunden pro Infusion (die erste Infusion kurz, spätere Infusionen länger) |
| Infusionszählung | 5–15+ Aufgüsse aus einer Blattladung |
Ausrüstung
- Gaiwan (Schale mit Deckel) oder Yixing-Teekanne aus Ton
- Fairness-Pitcher (gong dao bei)
- Kleine Probierbecher (~30 ml)
- Teetablett mit Abtropffläche
- Wasserkocher mit Temperaturregelung
Häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt
- Verwendung des westlichen Blatt-Wasser-Verhältnisses (führt zu schwachen, wässrigen Bechern)
- Zu langes Ziehenlassen beim ersten Aufguss (führt zu Überzug und verdirbt spätere Aufgüsse)
- Das Vorwärmen der Gaiwan oder Teekanne wird nicht durchgeführt (dadurch sinkt die Brühtemperatur drastisch).
- Die gleiche Temperatur für alle Teesorten verwenden (grüne Teesorten benötigen eine kühlere Temperatur als Oolong-Tees).
- Die erste Aufgüsse werden als einzige Aufgüsse betrachtet (der größte Teil des Wertes des Tees liegt in den Aufgüssen 2 bis 8).
Pokalergebnis
Mehrere unterschiedliche Aufgüsse aus einem einzigen Blatt. Jeder Aufguss bringt verschiedene Facetten des Tees zum Ausdruck. Konzentrierter Tee; kleine Portionen werden aufmerksam genossen.