Kaltgebrühter Tee
Süßer, milder und wenig adstringierender Kaffee. Die Kaltbrühmethode extrahiert Süße und Aminosäuren und gleichzeitig weniger Tannine und Koffein als die Heißbrühmethode.
Kaltgebrühter Tee – das lange Ziehenlassen von Teeblättern in kaltem Wasser über 4–12+ Stunden – ergibt eine deutlich andere Tasse als heiß gebrühter Tee. Das kalte Wasser extrahiert die süßen Aminosäuren und Aromastoffe des Tees, während weniger Tannine und Koffein gelöst werden. Das Ergebnis ist ein süßer, milder Tee mit wenig Adstringenz und erfrischendem Charakter, ideal für den Sommer. Die japanische Tradition (Mizudashi, 水出し – wörtlich „Kaltwasserextraktion“) ist seit Jahrhunderten Teil der japanischen Teekultur. Der moderne, weltweit verbreitete Kaltgebrühtee basiert auf denselben Prinzipien und wird auf grünen, weißen, Oolong- und sogar schwarzen Tee angewendet.
Die Zubereitung ist denkbar einfach: Teeblätter in einen Glaskrug oder eine Flasche geben, mit kaltem Wasser übergießen, 4–12 Stunden (am besten über Nacht) im Kühlschrank ziehen lassen, anschließend abseihen und genießen. Die meisten Teesorten können nach dem Kaltaufguss bei Bedarf erneut heiß aufgegossen werden, da die Extraktion bei Kälte unvollständig ist. Japanischer Mizudashi Sencha gilt als Klassiker – Shizuoka- oder Kagoshima-Sencha ergibt kalt aufgebrüht leuchtend grüne Tassen, die sich deutlich von heiß aufgebrühtem Sencha unterscheiden. Hochwertiger Gyokuro, kalt aufgebrüht mit wenig Wasser, entwickelt ein konzentriertes, süßes Umami-Aroma, das bei heißer Zubereitung unvergleichlich ist. Leichtere taiwanesische Oolongs (Alishan, Shanlinxi Qing Xin) eignen sich ebenfalls hervorragend für die Kaltaufbrühung. Der geringere Koffeingehalt macht Kaltaufguss besonders attraktiv für den Nachmittag und Abend.
Brauparameter
| Wassertemperatur | 4–18 °C (Kühlschranktemperatur bis Raumtemperatur) |
| Blatt-Wasser-Verhältnis | 1:30 bis 1:60 |
| Brautage | 4–12+ Stunden; über Nacht ist praktisch |
| Infusionszählung | Einzelne erweiterte Kaltextraktion |
Ausrüstung
- Glaskrug oder -flasche (1L+)
- Sieb oder Filter
- Kühlschrank (für kalt gebrühten Cold Brew; Zimmertemperatur geht auch)
Häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt
- Kurz mit kochendem Wasser übergießen und anschließend abkühlen lassen (dies ist Eistee, kein Kaltbrühtee; unterschiedliche Extraktionsmethode).
- Zu langes Kaltbrühen ohne Abseihen (wird bitter und übermäßig tanninhaltig, selbst bei niedrigen Temperaturen)
- Verwendung von minderwertigem Tee (die Kaltextraktion ist unerbittlich; der langsame Aufguss deckt jeden Fehler auf)
- Die Blätter nach dem Kaltaufguss entfernen (die meisten können für eine zweite, ebenso lohnende Tasse heiß aufgegossen werden).
Pokalergebnis
Süßer, milder und wenig adstringierender Kaffee. Die Kaltbrühmethode extrahiert Süße und Aminosäuren und gleichzeitig weniger Tannine und Koffein als die Heißbrühmethode.