Westliche Sickerung
Eine einzelne Tasse Tee mit vollem Wirkstoffgehalt. Der Tee wird in einem Aufguss getrunken; die Blätter werden üblicherweise nach dem ersten Aufguss weggeworfen.
Die westliche Aufgussmethode ist weltweit die am häufigsten verwendete Zubereitungsart für Tee und diejenige, die die meisten westlichen Teetrinker zuerst kennenlernen. Sie stammt aus der britischen Teetradition, die wiederum auf chinesischen Exportpraktiken der späten Qing-Dynastie basiert: ein einziger langer Aufguss mit einem relativ niedrigen Verhältnis von Teeblättern zu Wasser (1:60 bis 1:100), der in 3–5 Minuten eine Tasse kräftigen Tee ergibt. Die Vorteile liegen auf der Hand – minimales Equipment, einmalige Zubereitung, kurze Zubereitungszeit, problemlose Skalierung auf eine Teekanne für mehrere Portionen – und genau diese Vorteile haben die westliche Aufgussmethode zum globalen Handelsstandard gemacht.
Die Vor- und Nachteile der Gongfu-Methode sind unbestreitbar. Die westliche Aufgussmethode offenbart den Tee nicht vollständig – die meisten Blätter bergen ein deutlich größeres Aromenpotenzial als ein einzelner Aufguss von 3–5 Minuten. Zudem eignet sich die Technik eher für kräftigere Teesorten (Assam, Ceylon, einfacher Keemun) als für nuanciertere Spezialitäten, bei denen die mehrfache Aufgussmethode des Gongfu den Charakter der jeweiligen Sorte und des Terroirs besser zur Geltung bringt. Für den täglichen Teegenuss ist die westliche Aufgussmethode völlig ausreichend und sollte für die meisten Teetrinker die Standardwahl sein. Wer sich jedoch intensiv mit Spezialitätentees auseinandersetzen möchte – beispielsweise mit den Unterschieden zwischen Bingdao Gushu Pu-Erh und Wuyi-Felsentee oder zwischen Lishan und Alishan Oolong – für den ist die Gongfu-Methode die aufschlussreichere. Beide Methoden haben ihren festen Platz in der Teekultur.
Brauparameter
| Wassertemperatur | 70–100°C je nach Teesorte (niedriger bei grünem/weißem Tee; höher bei schwarzem Tee und Kräutertee) |
| Blatt-Wasser-Verhältnis | 1:60 bis 1:100 (3-5 g pro 8-12 oz Tasse) |
| Brautage | 3–5 Minuten für Schwarz; 1–3 Minuten für Grün/Weiß |
| Infusionszählung | Üblicherweise wird ein einziger Aufguss zubereitet (einige Teesorten werden mehrmals aufgegossen, die meisten westlichen Zubereitungen sind jedoch für einen einmaligen Aufguss ausgelegt). |
Ausrüstung
- Teekanne oder Teesieb
- Becher oder Tasse
- Warmwasserquelle
- Optional: Teebeutel oder Teesieb
Häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt
- Zu langes Ziehenlassen (besonders bei grünem Tee – 5 Minuten ruinieren grünen Tee; 2-3 Minuten reichen völlig aus)
- Die Verwendung von kochendem Wasser für grünen oder weißen Tee (verbrennt empfindliche Teesorten).
- Das erneute Aufgießen von minderwertigem Tee, der nach einem Aufguss keinen Geschmack mehr hat (die meisten handelsüblichen Teebeutel verlieren ihren gesamten Geschmack bereits nach einem Aufguss).
- Verwendung von zu wenig Blattextrakt (führt zu einem schwachen, wässrigen Getränk)
Pokalergebnis
Eine einzelne Tasse Tee mit vollem Wirkstoffgehalt. Der Tee wird in einem Aufguss getrunken; die Blätter werden üblicherweise nach dem ersten Aufguss weggeworfen.