Tibetischer Buttertee
Reichhaltiges, cremiges, herzhaftes, suppenartiges Getränk. Dient sowohl als Getränk als auch als konzentrierte Nährstoffquelle. Eher salzig als süß.
Tibetischer Buttertee (Po Cha) ist das Grundgetränk der tibetischen Kultur und eine der charakteristischsten Teezubereitungen der Welt. Die Zubereitungsmethode kombiniert einen langen Aufguss aus dunklem Tee mit Yakbutter und Salz, die in einem traditionellen zylindrischen Holzkessel (Chandong) oder einem modernen Mixer verrührt werden. So entsteht ein reichhaltiges, würziges, suppenartiges Getränk, das sowohl als Getränk als auch als konzentrierte Nährstoffquelle dient. Die Zubereitung entwickelte sich als Reaktion auf die Bedürfnisse des tibetischen Hochplateaus – große Höhe, extreme Kälte, begrenzte Verfügbarkeit frischer Produkte –, wo ein hoher Kaloriengehalt und wärmende Wirkung unerlässlich waren. Po Cha wird den ganzen Tag über getrunken und Gästen als grundlegendes Element tibetischer Gastfreundschaft angeboten.
Die Teezubereitung basiert traditionell auf gepresstem chinesischem Ziegeltee, der über Jahrhunderte entlang der Tee-Pferde-Straße von Yunnan und Sichuan nach Tibet transportiert wurde. Gealterter Shou Pu-Erh und ähnliche dunkle Teesorten eignen sich dafür hervorragend. Salz und Butter (traditionell Yakbutter; außerhalb Tibets wird Kuhbutter verwendet) verwandeln die Tasse in ein Getränk, das sich deutlich von westlichen und ostasiatischen Zubereitungen unterscheidet – es ähnelt eher einer herzhaften Suppe als einem Getränk im herkömmlichen Sinne. Moderne Zubereitungen ersetzen Butter mitunter durch Milch und Salz, wodurch ähnliche, aber dennoch eigenständige Getränke entstehen. Po Cha bildet einen wichtigen Kontrast zu den eher auf den feinen Gaumen ausgerichteten Teetraditionen anderer Regionen: Hier wird Tee als grundlegende Nahrung betrachtet, nicht als Genussmittel.
Brauparameter
| Wassertemperatur | Kochen |
| Blatt-Wasser-Verhältnis | 1:20 (erheblicher Anteil an Ziegeltee im Verhältnis zu Wasser) |
| Brautage | Den Sud über 30 Minuten kochen lassen; anschließend mit Butter und Salz verquirlen. |
| Infusionszählung | Einzelpräparat |
Ausrüstung
- Kochtopf
- Zylindrische Buttertee-Buttermaschine (Chandong) oder moderner Mixer
- Wärmequelle
Häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt
- Verwendung von frischem Tee anstelle von gebranntem oder gereiftem dunklem Tee (moderne Teesorten sind für die Zubereitung zu empfindlich).
- Auf das Salz verzichten (Salz ist unerlässlich, nicht optional – es verändert das Getränk).
- Unterrühren (die Emulgierung der Butter im Tee ist der Kern der Technik)
Pokalergebnis
Reichhaltiges, cremiges, herzhaftes, suppenartiges Getränk. Dient sowohl als Getränk als auch als konzentrierte Nährstoffquelle. Eher salzig als süß.