Pu-erh shou (reife) Verarbeitung
Erdig, weich, holzig. Mild im Körper, ohne die bittere Adstringenz junger Sheng-Trauben. Sofort zugänglich.
Die Verarbeitung von Pu-Erh Shou (reif, 熟茶) ist eine Innovation aus Yunnan aus dem 20. Jahrhundert, die durch beschleunigte Fermentation sofort trinkbaren Pu-Erh anstelle der jahrzehntelangen Reifung, die für traditionellen Sheng Pu-Erh erforderlich ist, ermöglicht. Die Teefabrik Menghai entwickelte 1973 die Wo-Dui-Fermentationstechnik (渥堆, „nasser Haufen“): Nach der üblichen Vorverarbeitung werden die Blätter unter warmen, feuchten Bedingungen aufgeschichtet und regelmäßig bewässert. Der Haufen erhitzt sich (oft über 60 °C), und die mikrobielle Fermentation beschleunigt sich drastisch – was bei natürlicher Reifung über 30 Jahre dauern würde, geschieht durch Wo Dui in 45–60 Tagen.
Der so entstandene Tee unterscheidet sich deutlich von gereiftem Sheng Pu-Erh, obwohl beide aus demselben Assamica-Pflanzenmaterial aus Yunnan stammen. Shou Pu-Erh zeichnet sich durch erdige, holzige und weiche Aromen mit einem milden Körper und minimaler Adstringenz aus – er ist sofort trinkfertig. Der Geschmack ähnelt in mancher Hinsicht dem von gereiftem Sheng (erdig, komplex), besitzt aber ein eigenes, unverwechselbares Profil (feuchter, gleichmäßiger fermentiert, weniger aromatische Komplexität). Shou Pu-Erh erlangte kommerzielle Bedeutung, da er einen zugänglichen Pu-Erh hervorbrachte, der keine jahrzehntelange Lagerung im Keller benötigte und so den globalen Pu-Erh-Markt erheblich erweiterte. Die Standardrezepte der Menghai-Teefabrik – 7572, 7542 und weitere, nummeriert nach dem Jahr der Rezeptentwicklung plus Produktionscode – wurden zu Referenzstandards in der Shou-Kategorie. Authentische Vintage-Produktionen der Menghai-Fabrik aus den 1980er- und 1990er-Jahren erzielen heute hohe Sammlerpreise.
Wichtige Verarbeitungsschritte
- Handernte oder maschinelle Ernte von großblättriger Assamica aus Yunnan
- Standardmäßige Erstverarbeitung (Abtöten der grünen Bohnen, Rollen, Sonnentrocknen) – wie z. B. Sheng Mao Cha
- Wo dui (渥堆, "nasser Haufen") Fermentation: Blätter werden unter warmen, feuchten Bedingungen aufgeschichtet und bewässert
- Der Haufen erhitzt sich (über 60 °C) und die mikrobielle Gärung beschleunigt sich dramatisch (ca. 45–60 Tage).
- Die Arbeiter wenden den Haufen regelmäßig, um eine gleichmäßige Gärung zu gewährleisten.
- Nach Abschluss der Gärung: Trocknen und optionales Pressen zu Kuchen
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Erdig, weich, holzig. Mild im Körper, ohne die bittere Adstringenz junger Sheng-Trauben. Sofort zugänglich.